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Endokrinologie

Hyperprolaktinämie: Diagnose

Definition

 

Jede Erhöhung der Serum-Prolaktin-Konzentration wird als Hyperprolaktinämie bezeichnet. Bei geringer bis mäßiger Erhöhung (2 - 3-fach oberhalb der oberen Grenze des Referenzbereiches) sind meist Medikamente oder Funktionseinschränkungen anderer Organe, insbesondere der Nieren, die Ursache. Ist ein Prolaktin-sezernierendes Hypophysen-Adenom die Ursache, wird dieses als Prolaktinom bezeichnet.

 

 

Symptome

Infertilität, Amenorrhoe, eventuell Galaktorrhoe, Libidoverlust, Impotenz. Nicht selten treten klinische Symptome aber erst dann auf, wenn es aufgrund der Adenomgröße zu einer Insuffizienz anderer HVL-Partialfunktionen (siehe Hypophysen-Erkrankungen) oder zu einer Beeinträchtigung des Gesichtsfeldes und Cephalea kommt. Durch die gonadotrope Insuffizienz können auch Osteopenie und Osteoporose auftreten.

 

Diagnose

 

Prolaktin-Serumkonzentrationen über 200 ng/mL (bei einem Referenzbereich bis etwa 20 ng/mL) sprechen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Prolaktin-produzierenden HVL-Adenoms, Werte zwischen 20 und 80 ng/mL sind häufiger durch andere Erkrankungen oder Medikamente bedingt (siehe Tabelle 1).

Dynamische Tests eignen sich nicht zur Unterscheidung von funktioneller und Tumor-Hyperprolaktinämie. Als bildgebendes Verfahren ist bei Verdacht auf ein Prolaktin-sezernierendes Hypophysen-Adenom eine MRT der Sella-Region indiziert.

 

Tabelle 1:

Erkrankungen, Zustände und Medikamente, die zu Hyperprolaktinämie führen können

 

 

 

 

 

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Letztes Update:20 Oktober, 2009 - 16:45